Ankommen

Brauche ich ein Visum, um in Deutschland zu arbeiten? Welche Bestimmungen gelten überhaupt für mich? Zwei wesentliche Fragen, die Sie sich vielleicht stellen, wenn Sie planen in Brandenburg zu leben und zu arbeiten. Kurz geantwortet: Die Regelungen hängen davon ab, aus welchem Land Sie kommen und welche Qualifikationen Sie haben. Die Ausländerbehörde regelt alles, was im Zusammenhang mit dem Aufenthalt von ausländischen Staatsangehörigen zu klären ist.

Bürgerinnen und Bürger der EU, aus Liechtenstein, Island, Norwegen oder der Schweiz ...

... sind berechtigt, sich in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union frei zu bewegen und aufzuhalten. Sie benötigen daher weder eine Aufenthalts-, noch (von Bulgarien und Rumänien abgesehen) eine Arbeitserlaubnis. Für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten können Sie ohne Formalitäten einreisen. Dafür benötigen Sie lediglich einen gültigen Personalausweis oder Pass. Das gleiche gilt für Ihre direkten Familienangehörigen. Ab einem Aufenthalt von über drei Monaten benötigen Sie lediglich ein Dokument, das Ihnen Ihre Staatszugehörigkeit zur EU bestätigt, die so genannte Freizügigkeitsbescheinigung. Diese erhalten Sie bei der Meldestelle in der Gemeinde, in der Sie wohnen und leben möchten. Weitere Infos zur Freizügigkeitsbescheinigung in allen Sprachen erhalten Sie auf dem Europaportal.

EU-Bürgerinnen und -Bürger aus Bulgarien, Kroatien und Rumänien

... können ebenfalls für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten ohne Formalitäten einreisen; für einen längeren Aufenthalt muss ein Antrag auf eine Freizügigkeitsbescheinigung gestellt werden. Bis Ende 2014 haben Sie noch keinen freien Zugang zum Arbeitsmarkt. Wer in Deutschland arbeiten möchte, muss deshalb zusätzlich bei der Bundesagentur für Arbeit eine „Arbeitsgenehmigung-EU“ beantragen und ein konkretes Arbeitsangebot vorliegen haben. Fragen zum Arbeitsgenehmigungsverfahren beantwortet die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung ZAV.

Bürgerinnen und Bürger anderer Staaten…

... sind für Aufenthalte über drei Monate oder Aufenthalte, die zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit führen, grundsätzlich visumpflichtig. Hiervon ausgenommen sind Unionsbürger, EWR-Staatsangehörige sowie Staatsangehörige der Schweiz. Staatsangehörige Australiens, Israels, Japans, Kanadas, Neuseelands, der Republik Korea und der Vereinigten Staaten von Amerika können darüber hinaus einen erforderlichen Aufenthaltstitel auch nach der Einreise einholen. Für alle anderen Staatsangehörigen gilt: Das Visum für einen längerfristigen Aufenthalt muss grundsätzlich vor der Einreise bei der zuständigen Auslandsvertretung beantragt werden.

Es gibt verschiedene Visa:

1. Das Touristenvisum:
Damit dürfen Sie sich ausschließlich zu Besuchszwecken in Deutschland aufhalten. Die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit ist ausgeschlossen. Ihre mögliche Aufenthaltsdauer richtet sich nach dem im Visum vermerkten Zeitraum.

2. Das Visum zur Familienzusammenführung:
Lebt bereits ein Mitglied Ihrer engeren Familie in Deutschland – z.B. Ihr Ehegatte – dann können Sie dieses Visum beantragen. Bitte informieren Sie sich bereits vor der Antragstellung über die vorgeschriebenen Altersgrenzen beim Kindernachzug. Die deutsche Botschaft berät Sie gerne. Diese Beratung ist kostenlos.

3. Das Visum zum Zweck der Erwerbstätigkeit:
Wenn Sie in Deutschland arbeiten möchten, benötigen Sie dieses Visum. Beantragen können Sie es bei der deutschen Botschaft oder dem Generalkonsulat in Ihrem Herkunftsland. Das Verfahren ist davon abhängig, ob Sie als Arbeitnehmer oder selbständig arbeiten möchten.

4. Das Visum für Ausbildungszwecke:
Wer in Deutschland eine Ausbildung machen möchte, braucht eine Aufenthaltserlaubnis zu Ausbildungszwecken. Diese können Sie für folgende Ausbildungen erhalten:
a. Teilnahme an nicht studienvorbereitenden Sprachkursen (Intensivsprachkurs in Deutsch),
b. in Ausnahmefällen zum Schulbesuch,
c. bei Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit für betriebliche Aus- und Weiterbildungen.
Wenn Sie in Deutschland ein Studium planen, benötigen Sie eine gesonderte Aufenthaltserlaubnis für Studierende. Informationen erhalten Sie in der deutschen Botschaft oder in der Universität Ihrer Wahl.

5. Die „Blaue Karte EU“:
Diese Form der Aufenthaltsgenehmigung können Sie beantragen, wenn Sie: 

a. entweder einen deutschen oder einen anerkannten ausländischen Hochschulabschluss oder

b. einen Arbeitsvertrag mit einem Bruttojahresgehalt in Höhe von mindestens 44.800 Euro (3.733 Euro monatlich) oder in so genannten Mangelberufen (Naturwissenschaftler, Mathematiker, Ingenieure, Ärzte und IT-Fachkräfte) in Höhe von 34.944 Euro (2.912 Euro monatlich) haben.

Meldepflicht

In Brandenburg besteht – wie überall in Deutschland – eine Meldepflicht: Jeder Mensch, der in Brandenburg wohnen möchte, muss sich innerhalb von zwei Wochen beim Einwohnermeldeamt am Wohnort melden. Das gilt auch, wenn Sie bei Verwandten oder Bekannten einziehen oder zunächst in einem Wohnheim untergebracht sind. Wenn Sie sich nur besuchsweise und nicht länger als zwei Monate in Deutschland aufhalten, müssen Sie sich nicht melden. Die Meldung beim Einwohnermeldeamt ist kostenfrei. 

(Quellen: Wegweiser für Zugewanderte, herausgegeben von RAA Brandenburg, Dezember 2010; Make it in Germany)

Nützliche Links

Auswärtiges Amt

Auf dieser Seite werden alle wichtigen Informationen rund ums Visum für Deutschland gegeben. Die Seite ist verfügbar in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Arabisch.

Integrationsbeauftragte Brandenburg

Auf der Seite der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg finden sich Informationen zum Visum und zur Arbeitserlaubnis für Neuzuwanderer in deutscher Sprache.

Make it in Germany

Die Internetseite bietet Informationen für Zuwanderer zu den Themen „Jobsuche“, „Visum“, „Umzug“, „Einleben“, „Familie“, bislang auf Deutsch und Englisch. Außerdem gibt es einen Schnell-Check, um die Möglichkeiten zu prüfen, in Deutschland zu leben und zu arbeiten.