Naturlandschaften

Elf Naturparks, drei Biosphärenreservate und der Nationalpark Unteres Odertal nehmen ein Drittel der Fläche Brandenburgs ein. Kiefern- und Buchenwälder, Seen und Moore neben ausgedehnten Flusstälern mit weiten Wiesen und Auenlandschaften sind typische Lebensräume und Landschaften Brandenburgs. Sie sind ein Markenzeichen des Landes. Sie können die nahezu unberührten, weiten Landschaften mit dem Rad, zu Fuß, auf dem Pferderücken oder auch per Kanu oder Floß vom Wasser aus erkunden. Brandenburgs Naturwacht-Ranger bieten Führungen an. Mehr dazu finden Sie im Reiseland Brandenburg.

Nationalpark, Naturparks & Biosphärenreservate

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg

Im äußersten Nordwesten des Landes Brandenburgs, in der Prignitz, liegt das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, zu dem etwa 70 Flusskilometer des Elbstromes gehören. Weiträumige Überschwemmungsflächen, Wiesen und Weiden, ausgedehnte, ruhige Wälder, kleine Flüsse, Moore und Binnendünen bieten für tausende Kraniche, Wildgänse und Kiebitze ein wichtiges Rast- und Nahrungsgebiet. Die West-Prignitz ist das Land der Störche. Mit weit über 100 Paaren ist dies die größte Storchenpopulation in Deutschland. Gut versteckt an den Ufern baut sich der Elbebiber beeindruckende Burgen.

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist mit 1.291 Quadratkilometern Fläche die zweitgrößte der Brandenburger Nationalen Naturlandschaften. Es liegt etwa 75 Kilometer nordöstlich von Berlin. 240 Seen und Tausende von Kesselmooren, Feldsöllen und Kleinseen sind eiszeitliche Hinterlassenschaften. Die größten zusammenhängenden Buchenwälder Mitteleuropas wachsen hier. Die Vielfalt der unterschiedlichen Lebensraumtypen auf engstem Raum bietet zahlreichen geschützten Arten, die auch international auf den Roten Listen stehen, ihren Lebensraum. Vorzeige-Objekt für die nachhaltige Landnutzung ist das „Ökodorf“ Brodowin.

Biosphärenreservat Spreewald

Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es einen Landstrich wie den Spreewald. Eben noch ein „ordentlicher“ Fluss verzweigt sich die Spree hier plötzlich in Hunderte von Wasserläufen. Gesäumt von einem Mosaik aus Wäldern, kleinen Wiesen und Feldern bilden diese Fließe ein in Mitteleuropa einzigartiges, geheimnisvolles Wasserlabyrinth. Diese Landschaft ist Lebensraum einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt, mit Arten, die andernorts selten geworden oder gar nicht mehr zu finden sind. Für Wasserwanderer ist der Spreewald ein Paradies. Nicht minder reizvoll ist es, den Spreewald auf den meist gut ausgebauten und beschilderten Wegen zu Fuß oder per Rad zu erkunden. 

Nationalpark Unteres Odertal

Der Nationalpark Unteres Odertal ist Brandenburgs einziger Nationalpark und der einzige in Deutschland, der eine Flussaue schützt. Intakte Flussauen mit ihrer Dynamik zwischen Überflutung und Trockenfall, ihren vielfältigen und sich ständig verändernden Strukturen – Überschwemmungsflächen, Auwäldern, Altarmen, Sandbänken und Feuchtgebieten – gehören zu den artenreichsten und gleichzeitig am meisten gefährdeten Lebensräumen Europas. Gemeinsam mit zwei benachbarten polnischen Landschaftsschutzparks bildet der Nationalpark Unteres Odertal eine grenzüberschreitende naturräumliche Einheit, in deren Mitte die Oder fließt. 

Naturpark Barnim

Der Naturpark Barnim ragt bis ins Berliner Stadtgebiet hinein und ist das einzige gemeinsame Großschutzgebiet der Länder Brandenburg und Berlin. Über die Hälfte des Naturparks ist bewaldet. Die Kiefer dominiert, es gibt aber auch naturnahe Buchenwaldbestände, Eichenmischwald und Erlenbrüche. Charakteristisch für den Naturpark sind auch seine Seen, Sölle und Fließe. Der Finowkanal gehört zu den ältesten noch befahrbaren künstlichen Wasserstraßen Deutschlands. Da er nicht von Frachtschiffen befahren wird, ist er für die Sport- und Freizeitschifffahrt eine attraktive Verbindung zwischen dem Ort Zerpenschleuse und der Oder. Im Naturpark Barnim gibt es zahlreiche Möglichkeiten für attraktive Radtouren und Wanderungen. 

Naturpark Dahme-Heideseen

Im Naturpark Dahme-Heideseen liegen die Dahme und die zahlreichen umliegenden Seen in weite Wälder eingebettet. Der Naturpark verdankt den zweiten Teil seines Namens den Dünen und sandigen Kiefernwäldern: Solche kargen Standorte erhielten früher häufig den Flurnamen „Heide“. „Wappentier“ des Naturparks ist der Walker, ein seltener, mit dem Maikäfer verwandter Blatthornkäfer, der in Dünen und lichten Kiefernwaldgebieten lebt. Der Salzweg führt zu den bedeutenden Binnensalzstellen rund um Storkow. Salzhaltiges Wasser steigt hier aus tieferen Erdschichten bis an die Oberfläche und lässt Pflanzen wachsen, die sonst nur an den Meeresküsten vorkommen. 

Naturpark Hoher Fläming

Der Naturpark Hoher Fläming im Südwesten Brandenburgs gehört zu den wasserärmsten Gebieten des Bundeslandes. Wo Grundwasser flächig an mehreren Punkten gleichzeitig aus dem Erdboden hervortritt, entstehen die im Naturpark häufigen Quellsümpfe. Der Naturpark ist etwa zur Hälfte bewaldet, ursprünglicher Buchenwald. Dem Wirken der Eiszeit sind die imposanten Riesensteine, die im Fläming zu finden sind, zu verdanken. Von faustgroß bis fast haushoch reichen ihre Abmessungen. Ihre Häufigkeit macht den Fläming zu einer im wahrsten Sinne des Wortes steinreichen Gegend. 

Naturpark Märkische Schweiz

Brandenburgs kleinster und zugleich ältester Naturpark ist der Naturpark Märkische Schweiz. Auf engstem Raum bietet er fast alle Landschaftsformen der Mark: Seen aller Größen und Formen, die sich mit Feldern, Wäldern, kleinen Hügeln und steilen Schluchten abwechseln. Ein ausgezeichneter Wanderweg erschließt den Stobber und das Stobbertal. Das klare, schnell fließende Wasser des Flusses und sein kurvenreiches, malerisches Tal bieten für viele seltenen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum.  Altfriedland ist altes Tabakanbaugebiet und Angelparadies. 

Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft

Im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, Brandenburgs südlichstem Großschutzgebiet, wurden durch den Braunkohleabbau in den letzten hundert Jahren Kulturlandschaften von teilweise bizarrem Aussehen geschaffen. An vielen Orten entstanden wertvolle Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. In den Bereichen, in denen ehemalige Tagebaugruben saniert wurden, finden Besucher heute reizvolle Naherholungsgebiete. Herzstück des Naturparks ist das Naturschutzgebiet „Forsthaus Prösa“ mit großen zusammenhängenden Wald- und weiten Heideflächen. 

Naturpark Niederlausitzer Landrücken

Der dem Biosphärenreservat Spreewald benachbarte Naturpark bietet ein Kontrasterlebnis zum Fließlabyrinth des Spreewaldes. Bis 1991 wurde im Gebiet großflächig Braunkohle abgebaut. Jetzt vollzieht sich hier eine spannende Entwicklung: Wo einst Wüste war, entstehen neue Wälder und eine mehr als 20 Quadratkilometer große Seen- und Sumpflandschaft. Fast die Hälfte des Naturparks ist von Wald- oder Forstflächen bedeckt. Lohnende Ziele im Naturpark sind auch die zahlreichen Feldsteinkirchen in den kleinen Dörfern und die Schlösser und Herrenhäuser mit ihren reizvollen Parkanlagen.

Naturpark Nuthe-Nieplitz

Die von den Flüsschen Nuthe und Nieplitz eingerahmte Niederungslandschaft des südwestlich von Berlin gelegenen Naturparks ist ein Vogelparadies. Der ehemaligen Truppenübungsplatz Jüterbog-West ist von der jahrzehntelangen militärischen Nutzung geprägt. Panzerfahrten, Schießübungen und Brände hinterließen offene Sandflächen und Heiden. Hier gibt es eine mächtige unbewachsene Flugsanddüne. Außerdem trifft man auf Erlenbruchwälder, Zwischenmoore, Quellgebiete und einen letzten natürlichen Abschnitt der Nuthe. Der überwiegende Teil des ehemaligen Truppenübungsplatzes wird sich zum Wildnisgebiet entwickeln. Die Natur soll hier sich selbst überlassen bleiben, ohne Einfluss des Menschen.

Naturpark Schlaubetal

Eine Schatzkammer der Artenvielfalt ist der Naturpark Schlaubetal im Südosten Brandenburgs. Drei Viertel aller in Brandenburg vorkommenden Tier- und Pflanzenarten finden sich im Schlaubetal, einige davon nur hier. Den Naturpark prägt eines der schönsten Bachtäler Brandenburgs. Die Schlaube windet sich zunächst wie ein Mittelgebirgsbach durch ein tiefes Kerbtal. Den mittleren Teil des Naturparks dominiert die Reicherskreuzer Heide. Siebzehn Wassermühlen gab es einst in der Naturparkregion. Einige sind noch erhalten, an die anderen erinnern Reste von Stauanlagen und verborgene Teiche.

Naturpark Stechlin-Ruppiner Seenland

Der Naturpark Stechlin-Ruppiner Seenland im Norden Brandenburgs ist das Land der Wälder und glasklaren Seen mit vielen Besonderheiten. Auf rund einem Viertel der Naturparkfläche gibt es hier noch die für diese Klimazone ursprünglich typischen, großflächigen Buchenwälder. Namengebend für den Naturpark, aber auch für Theodor Fontanes bekannten Roman ist Norddeutschlands bedeutendster Klarwassersee, der Große Stechlinsee, der eine Fläche von 425 Hektar bedeckt und eine Tiefe von bis zu 69 Metern aufweist. Zudem finden sich im Naturpark zahlreiche intakte Moore, der Rheinsberger Rhin als naturnahes Fließgewässer und die Obere Havel als Wasserstraße. 

Naturpark Uckermärkische Seen

Der 897 Quadratkilometer große Naturpark Uckermärkische Seen liegt inmitten der wasserreichen, sanft gewellten Uckermark. Als eiszeitliches Erbe sind für diese Region die vielen Rinnenseen, Sölle und Moore und bis zu 120 Meter hohe Endmoränenrücken typisch. Durch den Strukturreichtum der Landschaft finden hier eine Reihe gefährdeter Arten wie Biber, See-, Schreiadler und Schwarzstorch ihr Zuhause. Eingebettet zwischen Wäldern, Wiesen und Feldern liegen die 230 Seen des Naturparks. Naturnahe Wälder mit Rot- und Hainbuchen, Eiche und Ahorn wachsen im Norden, den Süden dominieren pilzreiche Kiefernforste. 

Naturpark Westhavelland

Der Naturpark Westhavelland ist bekannt für seine berühmten Flieger. Otto Lilienthal führte hier einst seine Flugversuche durch. Heute befindet sich in diesem größten zusammenhängenden Feuchtgebiet des westlichen Mitteleuropa einer der größten Binnenrastplätze nordischer Zugvögel. Der Naturpark ist mit 1.315 Quadratkilometern Fläche die größte der Nationalen Naturlandschaften in Brandenburg. Charakteristisch sind die weiten Niederungen mit Feucht- und Nasswiesen, die durch Rodung der Au- und Bruchwälder entstanden sind. Mit der Havel, ihren Nebenflüssen und zahlreichen Seen gehört der Naturpark zu einer der gewässerreichsten Regionen Deutschlands. 

Naturpark Westhavelland

Eingebettet in die Niederung der Unteren Havel an der Grenze zu Sachsen Anhalt und nur ca. 70 Kilometer westlich von Berlin gelegen, erstreckt sich das umfangreichste Großschutzgebiet Brandenburgs auf 1.315 Quadratkilometer.

Sielmanns Naturlandschaft Döberitzer Heide

Döberitzer Heide – vom Militärmanöver zum Wildnisgroßprojekt: Vom kaiserlichen Heer 1895 bis zum Abzug der Roten Armee 1992 nutzte das Militär das Gelände als Truppenübungsplatz. Nahezu unbeeinträchtigt von Besiedelung, Land- und Forstwirtschaft entwickelte sich die Döberitzer Heide zu einem Naturparadies von unvergleichlicher Vielfalt. Eine besondere Attraktion sind die dort lebenden Wisente und Przewalski-Pferde. Zusammen mit den Rothirschen sorgen sie als „natürliche Rasenmäher“ dafür, die ökologisch wertvollen Halboffen-Landschaften der Döberitzer Heide zu erhalten. 

Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen

Seit 2001 sichert die Heinz Sielmann Stiftung die als Naturschutzgebiet ausgewiesene Seenkette als natürliche Lebensgrundlage für selten gewordene Tiere und Pflanzen. Nur rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin liegen die Groß Schauener Seen einmalig schön und ruhig im Naturpark Dahme-Heideseen. Mit ihren ausgedehnten Verlandungszonen bieten sie wertvollen Lebensraum für See- und Teichrosen, für Röhricht, Orchideen und für viele Tiere, die an Gewässern und in Feuchtgebieten leben. 

Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen

Der Braunkohletagebau hat große Teile Brandenburgs nachhaltig verändert. Tiefe Gruben prägten über Jahrzehnte die Niederlausitzer Landschaft rund um Wanninchen bei Luckau. Schon kurz nach Beendigung des Bergbaus begann das Grundwasser wieder zu steigen und ließ aus den Tagebaurestlöchern große Seen und Feuchtgebiete entstehen. Im Jahr 2000 begann die Heinz Sielmann Stiftung mit dem Erwerb von mehr als 3.200 Hektar zerstörten Bodens ein einzigartiges Renaturierungsprojekt. Mittlerweile ist die Dynamik der Selbstheilungskräfte der Natur vielerorts sichtbar.